
Golfplatz
Ein
Golfplatz ist ein Areal in der Natur, auf dem Golf
gespielt wird. Es handelt sich somit um eine besondere Form
der Sportstätte. Normalerweise wird ein Golfplatz von einem
Golfarchitekten entworfen. Wesentliche Elemente sind dabei
Abschläge, Fairways und Grüns (mit Loch), die jeweils mit
einer Vegetation aus unterschiedlichen Sportrasenarten gedeckt
sind. Dazu kommen noch die Bunker (mit Sand gefüllte
Vertiefungen), Wasserhindernisse (Teiche, Wasserläufe) und
das Rough (ungepflegtes Gelände).
Infrastruktur
Fast
alle Golfplätze sind Teil einer Golfanlage, die außer dem
Platz selbst auch noch andere Einrichtungen enthält:
- Der
Übungsbereich kann eine Driving Range (zum Üben langer
Schläge) enthalten, Chipping oder Pitching Grüns (für
kurze Schläge), Putting Grüns (zum Üben des Puttens),
sowie mehrere Kurzbahnen. Bei 9 oder mehr Kurzbahnen
spricht man auch von einem Kurzplatz, der insbesondere Anfängern
die ersten Schritte ermöglichen soll.
- Weiterhin
gibt es in der Regel ein Clubhaus mit sanitären Anlagen,
Umkleideräumen und dem so genannten 19. Loch, einer
Gaststätte. Auch das Sekretariat und der Pro-Shop (Geschäft
für Golfartikel) befinden sich normalerweise im Clubhaus.
- Weitere
Gebäude dienen den Greenkeepern zur Unterbringung ihrer
Gerätschaften, insbesondere der Rasenpflegemaschinen,
sowie dem Caddie-Master. Dieser verwaltet die Golf Carts
(Elektroautos für Golfer, die nicht zu Fuß gehen wollen
oder können), Leihschläger für Gäste und Spinde der
Mitglieder. Außerdem erbringt er bestimmte
Dienstleistungen wie kleinere Reparaturen, Reinigung von
Golfschlägern oder (daher sein Name) Organisation der
Caddie-Truppe, sofern eine solche vorhanden ist. Letzteres
ist heutzutage jedoch sehr selten geworden.
- Schließlich
gehört zu einer Golfanlage noch ein Parkplatz, der
manchmal in Bereiche für Mitglieder und Bereiche für Gäste
unterteilt ist.
Verbreitung
Laut
einer Statistik der Zeitschrift Golf Digest vom Mai 2005 gibt
es weltweit knapp 32.000 Golfplätze. Die meisten davon
befinden sich in Nordamerika, über 17.000 in den USA und 2100
in Kanada. Weitere Länder mit einer großen Anzahl an Plätzen
sind Japan (2440) und Australien (1800).
In
Europa finden sich die meisten Golfplätze in England, knapp
1900 stehen zu Buche. Dahinter rangieren Schottland (670),
Deutschland (700), Frankreich (540), Schweden (440) und Irland
(400). In Österreich gibt es um die 150 Golfplätze, in der
Schweiz knapp 100.
Routing
und Layout
Die
Anordnung der Bahnen zueinander und die Spielreihenfolge nennt
man das Routing des Golfplatzes. Spricht man hingegen vom
Layout, so meint man entweder den inneren Aufbau einer
einzelnen Spielbahn oder ganz allgemein die Art und Weise wie
der Golfplatz in die Natur eingebettet wurde. Die Anzahl der
Golfbahnen auf einem Platz ist fast immer durch 9 teilbar. Es
gibt also Plätze mit 9, 18, 27, 36 usw. Spielbahnen, wobei
die weitaus häufigste Form die mit 18 Löchern ist.
Die
Teilung kann aber auch durch 3 erfolgen, dies ist dann
angebracht, wenn Kurzplätze errichtet werden oder die Anlage
sich im Aufbau befindet und erst später auf 18 Bahnen
erweitert wird.
Traditionelles
Routing
Historisch
haben sich Golfplätze so entwickelt, dass die ersten neun Löcher
weg vom Clubhaus führten („out“) bis zum maximal
entfernten Punkt des Golfplatzes. Dort kehrte man um und
spielte neun Löcher wieder zurück („in“) zum Clubhaus.
Die Vorstellung dabei war, dass man neun Löcher in den Wind
und neun Löcher mit Rückenwind spielte. Da der Golfsport
sich an den windigen Küsten Schottlands entwickelte, waren
die vorherrschenden Windrichtungen ein wichtiger Faktor bei
der Planung des Routings.
Modernes
Routing
Der gut
geplante, neue Anlagen sind ein typisches Beispiel für einen
Platz mit modernem Routing.
Heute
steht das Clubhaus oft in der Mitte des Golfplatzes, so dass
dort jeweils eine Schleife von neun Löchern beginnen und auch
wieder enden kann. So hat man alle zwei Stunden (das ist die
ungefähre Spielzeit für neun Bahnen) die Möglichkeit zu
entscheiden, ob man aufhören möchte. Bei geschickter Planung
können so 27 Löcher, also drei 9-Loch Schleifen, um ein
Clubhaus herum gebaut werden. Dies hat den Vorteil, dass man
auf 18 Loch ein Turnier abhalten kann und immer noch neun Loch
zur Verfügung hat für Spieler, die nicht an dem Turnier
teilnehmen wollen.
Par
Golfbahnen
(auch verkürzt „Löcher“ genannt) werden entsprechend
ihrer Länge in folgende Kategorien eingeteilt:
Par-3-Löcher
Auf
Par-3-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit drei Schlägen
den Ball eingelocht haben. Sie sind so angelegt, dass der
Spieler das Grün mit dem ersten Schlag erreichen kann. Es
muss also eine gerade Linie vom Abschlag bis zum Grün geben.
Mit zwei weiteren Putts soll dann der Ball eingelocht sein.
Die Länge beträgt für Herren bis zu 229 Meter (250 Yards)
und für Damen bis zu 192 Meter (210 Yards). Ein 18 Loch
Golfplatz hat meist vier dieser kurzen Bahnen.
(1yd
= 0,9144m)
Par-4-Löcher
Auf
Par-4-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit vier Schlägen
eingelocht haben. Der Ball wird abgeschlagen, landet auf dem
Fairway und soll dann mit dem zweiten Schlag auf das Grün
geschlagen werden. Mit zwei weiteren Putts soll der Ball dann
eingelocht werden. Insofern muss es keine gerade Linie mehr
vom Abschlag bis zum Grün geben, das Fairway darf einmal
abknicken. Dieser Knick oder auch eine Spielbahn mit einem
solchen Knick wird Dogleg genannt. Die Länge dieser Bahnen
liegt für Herren zwischen 230 und 430 Meter (470 Yard), für
Damen zwischen 193 und 366 Meter (400 Yard). Par-4-Löcher
machen den Löwenanteil eines Golfplatzes aus, normalerweise
10 von 18 Löchern.
Par-5-Löcher
Auf
Par-5-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit fünf Schlägen
eingelocht haben. Der Ball wird abgeschlagen, einmal auf dem
Fairway weitergespielt und mit dem dritten Schlag auf das Grün
gebracht. Hinzu kommen wiederum zwei Putts. Par-5-Löcher dürfen
deshalb bis zu zwei Doglegs haben, bei überdurchschnittlicher
Länge führen sie aber in der Regel geradeaus. Par-5-Löcher
messen für Herren ab 431 Meter, für Damen ab 367 Meter. Ein
18 Loch Golfplatz hat meist vier dieser langen Bahnen.
Par
6 oder mehr
In
sehr seltenen Fällen gibt es Löcher mit einem Par von sechs
oder mehr. Dies hat in der Regel publikumswirksame Gründe,
bei Profi-Turnieren und auch im semiprofessionellen
Amateurbereich beschränkt man sich fast immer auf Par 3, 4
und 5. In Europa gibt es zwei Par-6-Löcher: eines auf dem PGA
New Course des Golfclubs Himmerland in Dänemark (621 / 547
Meter) und das andere auf dem Platz des Golfclubs Limpachtal
in der Schweiz (666 / 552 Meter). Auf der Asian Tour wurde im
Jahr 2005 ein über 800 Meter langes Par 6 gespielt, was bei
Traditionalisten Kritik hervorrief.
Spielbahn
Alle
Zahlen in diesem Abschnitt stammen von der GCSAA (Golf Course
Superintendents Association of America) und wurden über den
Durchschnitt aller Turnierplätze der amerikanischen
Profi-Touren ermittelt.
Abschlag
Ein
Abschlag ist ein Bestandteil einer Golfbahn (engl. tee
oder tee box). Es handelt sich dabei um eine ebene,
zumeist rechteckige und oft leicht erhöhte Grasfläche. Eine
Abschlagsmarkierung gibt innerhalb dieser Fläche den Ort an,
wo der Ball abgeschlagen werden muss (entweder auf Höhe der
Markierung oder bis zu zwei Schlägerlängen dahinter).
Zum
Abschlagen wird der Golfball oft auf einen kleinen Stift, das
so genannte Tee gesetzt. Der Ball wird dadurch vom Boden
abgehoben und praktisch „volley“ getroffen, so dass längere
Schläge möglich werden. Die Wahrscheinlichkeit des falschen
Auftreffens des Schlägers auf den Boden wird somit ebenfalls
verringert.
Ein
Golfplatz besitzt in Deutschland zumeist vier verschiedene
Abschläge je Spielbahn: einen Damenabschlag (rot), einen
Herrenabschlag (gelb), einen Turnierabschlag für Damen
(schwarz) und einen Turnierabschlag für Herren (weiß). Die
Turnierabschläge sind dabei weiter entfernt vom Grün als die
normalen, gleiches gilt normalerweise für die Herrenabschläge
im Vergleich zu denen der Damen. In anderen Ländern sind
teilweise andere Farben üblich und es gibt, speziell in den
USA, bis zu sechs oder mehr Abschläge. Da über die
Positionierung der Abschläge die Gesamtlänge der zu
spielenden Bahn festgelegt wird, ist die Idee hierbei, dass
jeder Spieler von den Abschlägen spielen soll, die seinem
Spielvermögen entsprechen, ihn also weder unter- noch überfordern.
Beim
Abschlagen des Balls entstehen häufig Schäden auf der
Abschlagfläche, so genannte Divots. Diese Schäden in der
Grasnarbe werden durch Nachsaat und Düngung wieder repariert,
jedoch ist der Spieler aufgefordert die herausgeschlagenen
Rasenstücke wieder zurückzulegen. Um die Rasenfläche
gleichmäßig zu belasten, werden die Abschlagsmarkierungen
innerhalb der Abschlagsfläche regelmäßig versetzt. Somit
kann auch die Länge der einzelnen Spielbahnen von Tag zu Tag
um ein paar Meter variieren.
Abschläge
machen etwa 2 % der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus,
das Gras wird auf eine Höhe zwischen 5 und 10 mm
geschnitten.
Immer
häufiger kommen hier spezielle naturidentische
Kunstrasensorten zum Einsatz wie das TEE-GRASS von TOURGREEN.
Fairway
Das
Fairway ist der kurz gemähte Bereich einer Spielbahn
zwischen Abschlag und Grün und nimmt somit unter den
bespielbaren Flächen des Golfplatzes den größten Raum ein.
Fairways können gerade verlaufen oder bis zu zwei Doglegs
aufweisen (siehe dazu das nebenstehende Bild). Gelegentlich
wird ein Fairway auch unterbrochen von Gräben, Wegen,
Rough-Flächen, Seen oder anderen Elementen, die überspielt
werden müssen. In seltenen Fällen gibt es sogar zwei
Fairways, die auf verschiedenen Wegen zum Grün führen.
Der
Bereich zwischen dem Fairway und dem umliegenden, nicht gemähten
Bereich wird als „Semirough“ bezeichnet. Hier wird zwar
regelmäßig gemäht, das Gras steht jedoch höher als auf dem
Fairway und fordert somit einen technisch schwierigeren
Golfschlag.
Aus
spieltechnischen Erschwernisgründen sind die Fairways häufig
an strategischen Punkten mit Bunkern ausgestattet. Da Schläge
aus dem Sand fast immer deutlich kürzer ausfallen als Schläge
vom Fairway, sind diese Fairwaybunker bei vielen Golfern
unbeliebt. Sie liegen daher in der Regel so weit weg vom
Abschlag, dass ein schlechterer Spieler sie gar nicht
erreichen kann. Bei einem besseren Spieler, der einen
entsprechend langen Abschlag ausführen kann, geht man davon
aus, dass er die spezielle Technik des Schlages aus dem
Fairwaybunker beherrscht.
Zu
den meisten modernen Golfplätzen gehört eine Drainage
unterhalb der Grasnarbe und eine Beregnungsanlage für
Fairways und Grüns. Der Wasserverbrauch in südlichen Ländern
liegt bei bis zu 10 mm, d. h. 10 Liter pro Quadratmeter
und wird von manchen Umweltschützern als Verschwendung
wertvoller, natürlicher Ressourcen kritisiert. Manchmal
werden Golfplätze aber auch absichtlich nicht gewässert,
etwa im Vorfeld eines Profi-Turniers, wenn besonders
schwierige Spielbedingungen geschaffen werden sollen.
Fairways
machen etwa 23 % der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus,
das Gras wird auf eine Höhe zwischen 8 und 12 mm
geschnitten.
Grün
Das
Grün (engl. Green) ist der Zielbereich beim Golf. Hier
wird der Ball nicht durch die Luft geschlagen, sondern mit dem
Putter über das Grün in Richtung Loch gerollt.
Die
Fläche eines einzelnen Grüns beträgt etwa 300 bis 1000 m²,
wobei der Durchschnitt bei etwa 550 m² liegt. Das Grün wird
im Sommer täglich geschnitten und gewässert, im Winter wird
es bei Frost gesperrt, da sonst Schäden auftreten können. In
diesem Fall werden manchmal Ersatzgrüns, die so genannten
Wintergrüns, auf dem Fairway angelegt.
Die
Geschwindigkeit, die ein Ball beim Rollen über das Grün
erreicht, wird mit einem „Stimpmeter“ ermittelt. Dabei
handelt es sich um eine standardisierte Schiene, von der ein
Ball auf das Grün gerollt wird. Die Anzahl an Fuß, die der
Ball dabei zurücklegt, ist dann die Geschwindigkeit des Grüns.
Der
heute übliche Englische Fuß beträgt 1 ft = 30,48 cm,
was fast der Schuhgröße 46 entspricht (30,48 × 1,5 =
45,72). Ein karolingischer Fuß hatte eine durchschnittliche Länge
von 33,3 cm.
Die
schnellsten Grüns, wie etwa die in Augusta National, können
bis zu 14 auf dem Stimpmeter erreichen, normal sind jedoch
11-12 bei Profi-Turnieren und 8-10 im Alltagsbetrieb.
Um
das Grün schwieriger zu gestalten, werden seitens des
Golfarchitekten so genannte „Breaks“ eingebaut. Dies
bedeutet, dass das Grün nicht flach ist, sondern kleine
Erhebungen und Mulden aufweist. Man spricht dann von einem
mehr oder weniger stark ondulierten Grün. Der Ball rollt dort
nicht geradeaus, sondern wird durch die Breaks abgelenkt und
verändert auch seine Geschwindigkeit anders als auf einer
flachen Ebene. Dementsprechend muss beim Putt neben das Loch
gezielt werden, damit der Ball in einer Kurve zum Ziel rollt.
Das Bestimmen dieser Kurve nennt man „das Grün lesen“,
was viel Erfahrung erfordert. Profi-Spieler lassen sich dabei
von ihren Caddies helfen.
Der
Übergang vom Grün zum Fairway oder Rough wird als Vorgrün
(engl. Semigreen) bezeichnet. Hier steht das Gras etwas höher
als auf dem Grün, dennoch kann man in aller Regel den Ball
noch putten. Um das Grün herum liegen häufig Hindernisse,
die „das Grün verteidigen“ (das Anspiel erschweren)
sollen. Oft sind dies Sandbunker, die äußerst tief sein können,
aber auch Wasserhindernisse sind üblich. Ist das Grün an
mindestens drei Seiten von Wasser umgeben, so nennt man es
Inselgrün. Normalerweise betritt man ein solches Grün über
eine Brücke, in seltenen Fällen ist sogar eine kleine
Bootsfahrt nötig.
Grüns
sind aufgrund des extrem kurzen und gleichmäßigen Schnitts
die empfindlichsten und teuersten Teile eines Golfplatzes. Aus
diesem Grund sind die Golfspieler zur besonderen Schonung des
Grüns angehalten. Beschädigungen durch den Ball werden mit
Hilfe einer Pitchgabel ausgebessert. Unterhalb der Grasnarbe
befindet sich eine 20 cm starke Rasentragschicht, die aus
Sand und Oberboden besteht. Diese körnige Tragschicht soll
ein Versickern von Oberflächenwasser (Regen bzw.
Beregnungsanlage) ermöglichen. Funktioniert diese Drainage
nicht, so kann das Grün so weich werden, dass die Golfspieler
Fußspuren hinterlassen und das Grün dadurch unbespielbar
machen.
Grüns
machen etwa 2 % der Gesamtfläche eines Golfplatzes aus,
das Gras wird bei Profi-Turnieren auf eine Höhe zwischen 2,5
und 3,2 mm geschnitten, im Alltagsbetrieb können es auch
4 mm sein.
Seit
Jahren sind speziell für öffentliche Anlagen, Pitching
Greens und bei Privaten Golfanlagen auch naturidentische
Kunstrasensorten im Einsatz.
Das
Green von TOURGREEN ist hier Wegbereiter für eine neue
Generation. Diese Rasensorten spielen sich wie die besten
Greens der Welt und sind dabei noch nahezu kostenfrei im
Unterhalt.
Sonderformen
des Grüns
Wenn
eine regelmäßige Bewässerung nicht gewährleistet werden
konnte, wurden früher in vielen Fällen statt der auf Gras
basierenden Turf Greens die so genannten Sand Greens
(auch Browns genannt) angelegt. Diese bestanden aus
einer Sandschicht, darunter ein lehmiger, geteerter oder
gekiester Untergrund, der ein gleichmäßiges Abprallen und
Laufen des Golfballes ermöglichte. Jedes Frühjahr wurden
diese Grüns mit Altöl getränkt und einer neuen Sandschicht
versehen, um Winderosion, niederschlagsbedingte Matschbildung
und unerwünschten Pflanzenwuchs zu verhindern. Die Puttlinie
wurde vor dem Einlochen häufig mit einem Stück Teppich geglättet,
das am Flaggenstock befestigt war. Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts hatten fast alle Golfplätze im Süden und
mittleren Westen der USA Sand Greens, erst neuere Bewässerungstechniken
ließen diese nach und nach verschwinden.
In
Gebieten extremer Trockenheit werden Sand Greens noch heute
verwendet. Dies gilt beispielsweise für den weltweit höchstgelegenen
Golfplatz (auf etwa 3500 m Höhe), eine 9-Loch-Anlage in Leh,
Ladakh, unterhalb des Himalaya-Massivs, die von der indischen
Armee betreut wird. Zum Vergleich: der höchstgelegene
Golfplatz mit Turf Greens befindet sich wenige hundert
Kilometer westlich davon im Kaschmirtal auf 2730 Metern. Eine
ganze Reihe von Golfplätzen mit Sand Greens gibt es im
australischen Outback.
Beim
Eisgolf heißen die Grüns dann entsprechend Whites und
bestehen aus fest gewalztem Schnee oder Eis.
Seit
Jahren sind speziell für öffentliche Anlagen, Pitching
Greens und bei Privaten Golfanlagen auch naturidentische
Kunstrasensorten im Einsatz.
Das
Green von TOURGREEN ist hier Wegbereiter für eine neue
Generation. Diese Rasensorten spielen sich wie die besten
Greens der Welt und sind dabei noch nahezu kostenfrei im
Unterhalt.
Diese
Greens benötigen keine Bewässerung, kein Greenkeeping und
sind auch bei Frost bespielbar.
Loch
Das
Loch ist im Golf das Ziel einer Spielbahn, in das der
Ball gespielt werden soll.
Ein
solches Loch (engl. „hole“) besteht aus einem in der
Oberfläche des Grüns befindlichen zylindrischen Einsatz aus
Kunststoff oder Metall, mind. 10 cm (4 Zoll) tief mit
einen genormten Durchmesser (108 mm, bzw. 4,25 Zoll).
1Zoll(inch)
“ = 2,54cm
In
diesem Einsatz steckt der so genannte Flaggenstock, an dessen
oberem Ende eine Fahne befestigt ist, auf der oft die Nummer
der Spielbahn steht. Der Flaggenstock markiert das Loch auf
dem Grün, so dass der Golfer von weitem schon sieht, welchen
Bereich des Grüns er anspielen sollte. Manchmal ist auch die
Farbe des Fahnentuchs signifikant, sie kann zum Beispiel
anzeigen, ob der Flaggenstock vorne, hinten oder in der Mitte
des Grüns steckt. In anderen Fällen bezeichnet die Farbe den
Golfplatz, zu dem das Grün gehört, etwa wenn mehrere Golfplätze
direkt aneinandergrenzen. Zum Einputten wird der Flaggenstock
herausgenommen.
Da
der Rasen um das Loch herum deutlich stärker strapaziert
wird, ist das Loch alle paar Tage vom Greenkeeper zu
versetzen. An einer anderen Stelle des Grüns wird ein neues
Loch gestochen, in dem dann der Einsatz mit der Fahne
platziert wird; das alte Loch wird mit dem herausgestochenen
Pfropfen verschlossen. Neben der Schonung des Grüns sorgen
die verschiedenen Fahnenpositionen für Abwechslung, da
unterschiedliche Stellen des Grüns angespielt werden müssen
und man mit anderen Puttlinien konfrontiert wird. Bei mehrtägigen
Turnieren werden die Fahnenpositionen normalerweise von Tag zu
Tag schwerer gesetzt.
Auch
eine Spielbahn wird im Golf „Loch“ genannt, die Bar im
Clubhaus wird scherzhaft als „19. Loch“ bezeichnet.
Rough
Als
Rough (das Raue) werden die Teile eines Golfplatzes
bezeichnet, die zwischen den Spielbahnen liegen. Die
Roughbereiche werden nur zweimal jährlich gemäht und
ansonsten in ihrem natürlichen Wuchs belassen. Sie dienen
einmal zur optischen Abgrenzung der Spielbahn, so dass der
Golfer idealerweise das Gefühl bekommt sich alleine in der
freien Natur zu bewegen. Das Rough, besonders wenn es Bäume
und hohes Gebüsch enthält, ist aber auch wichtig als
Sicherheitspuffer, da es verschlagene Bälle aufhält, die
sonst die Spieler auf der angrenzenden Spielbahn bzw. Spaziergänger
außerhalb des Golfplatzes gefährden könnten. Schließlich
dient das Rough auch als ökologische Ausgleichsfläche für
Pflanzen und Tiere. Wenn das Rough besonders hoch ist (knie-
bis hüfthoch), so wird es auch als Hard Rough bezeichnet, ein
Golfschlag ist dann oft gar nicht mehr möglich.
Der
Übergangsbereich zwischen Fairway und Rough ist das Semirough.
Es wird regelmäßig gemäht, aber das Gras steht höher als
auf dem Fairway, so dass leicht verzogene Bälle von ihm
aufgehalten und in einigermaßen spielbarer Lage aufgefunden
werden. In seltenen Fällen gibt es zwei Semirough-Bereiche
zwischen Fairway und Rough. Diese werden auch „first cut“
und „second cut“ genannt, wobei der „first cut“ eine
Schnitthöhe zwischen Fairway und „second cut“ aufweist.
Je
nach Art des Rough kann es sehr schwer bis unmöglich sein
einen dorthin geschlagenen Ball wieder zu finden. Da die
Golfregeln bis zu fünf Minuten Suchzeit erlauben und die
meisten Spieler mehrmals pro Runde von der Spielbahn abkommen,
kann üppiges Rough das Spieltempo enorm verlangsamen. Dies
verringert wiederum die mögliche Anzahl an Spielern und somit
die Einnahmen pro Zeiteinheit. Aus diesem Grund gehen
kommerziell orientierte Golfplatzbetreiber vermehrt dazu über
das Rough häufig zu mähen oder sogar ganz abzuschaffen. Der
Sicherheitspuffer kann in solchen Fällen z. B. über
Aufschüttungsmaßnahmen entlang der Fairways realisiert
werden.
Das
Rough macht etwa 70 % der Gesamtfläche eines Golfplatzes
aus.
Bunker
Ein
Bunker ist eine Grube, die in der Regel mit Sand gefüllt
ist und in den Golfregeln den Sonderstatus eines Hindernisses
hat. Schläge aus einem Hindernis sind aufgrund
regeltechnischer Erschwernisse besonders für
durchschnittliche und schlechte Spieler sehr anspruchsvoll.
Nachdem der Ball aus dem Bunker herausgeschlagen wurde, müssen
die entstandenen Unebenheiten mit einer seitlich liegenden
Harke wieder eingeebnet werden.
Historisch
entwickelten sich die Bunker aus natürlichen Sandkuhlen
innerhalb der Dünenlandschaften, die die ersten Golfplätze
beherbergten. Durch Winderosion und Schutz suchende Tiere
wurden sie ausgehöhlt und blieben weitgehend frei von
Vegetation. Insoweit sind Sandbunker auf den meisten Golfplätzen
eigentlich unangebracht, da sie nur in Dünenlandschaften
vorkommen und somit auf Links-Plätze beschränkt sein
sollten. Jedoch ist ihr spielstrategischer Wert so hoch, dass
sie auf fast allen Golfplätzen eingesetzt werden.
Mit
Gras oder Erde gefüllte Vertiefungen werden oft Grasbunker
genannt, sind jedoch auf den meisten Plätzen keine Bunker im
Sinne der Golfregeln, sondern normales Gelände. Außerdem
gibt es, gerade in Wüstenregionen, große Sandflächen, die
in den Platzregeln ebenfalls nicht als Bunker, sondern als „Waste
Area“ ausgezeichnet sind.
Damit
die Bunker schon von weithin erkennbar sind, ist ihre Rückseite
normalerweise hochgezogen. Es gibt jedoch auch praktisch
unsichtbare Bunker, was aber von einigen Golfarchitekten als
unfair abgelehnt wird. Was jedoch häufig vorkommt, wenn der
Ball im Bunker liegt, ist eine Behinderung von Blick und Weg
Richtung Grün.
Fairwaybunker
sind links und rechts des Fairways angeordnet und liegen auf Höhe
der Landezone von Abschlägen besserer Spieler. Sie haben
meist eine flache Kante (auch Lippe genannt), da man aus ihnen
einen langen, relativ flachen Schlag ausführen muss.
Grünbunker
liegen direkt vor, neben oder hinter dem Grün, um das
Anspielen zu erschweren, d. h. das Grün zu verteidigen.
Sie sind üblicherweise tiefer als Fairwaybunker, da hier ein
kurzer, hoher Schlag gefordert wird.
Besonders
gefürchtet sind die so genannten Topfbunker, die steil und
eng nach unten führen, nicht selten mit Treppe oder Leiter
versehen. Eine alte schottische Redensart besagt, dass in
einem Bunker nur genug Platz für einen ärgerlichen Mann und
sein Niblick (Vorläufer des 9er Eisens) sein muss.
Anhänger
der bestrafenden Designphilosophie platzierten Bunker gerne in
der Fairwaymitte, also genau auf der Ideallinie. Die heutigen
Golfarchitekten gehen aber eher strategisch vor. Der Spieler
soll möglichst oft mehrere Optionen haben: hohes Risiko auf
dem direkten Weg oder geringes Risiko auf einem längeren Weg
in Richtung Grün. Bunker sind dann ein probates Mittel, um
dieses Risiko/Nutzen-Verhältnis zu modellieren.
Als
Bunkersand wird meist ein heller Quarzsand verwendet, der
schon von weitem leuchtet. Auf besonders anspruchsvollen
Golfplätzen wird aber auch zerstoßener Marmor ausgebracht.
Unter dem Sand liegt häufig eine Drainage, die stehendes
Wasser im Bunker ableiten soll.
Wasserhindernis
Das
Wasserhindernis ist ein Hindernis im Sinne der Golfregeln. Es
handelt sich dabei um ein abgestecktes Areal, wobei die
Begrenzungspfosten entweder gelb (frontales Wasserhindernis)
oder rot (seitliches Wasserhindernis) eingefärbt sind.
Typischerweise, aber nicht zwingend, enthält das Areal eine
Uferzone und Wasser. Dabei tritt das Wasser in Form eines Sees
oder eines Bachlaufes auf, die zu bestimmten Jahreszeiten auch
austrocknen können.
Wie
beim Bunker gelten auch hier regeltechnische Erschwernisse
beim Schlag, in vielen Fällen muss der Ball jedoch von
vornherein aufgegeben werden, weil er „nass“ (im Wasser)
ist. Aus diesem Grund fürchten Profi-Spieler die
Wasserhindernisse mehr als Amateure dies tun, da sehr gute
Spieler aus fast allen Lagen einen passablen Rettungsschlag
anbringen können, nicht jedoch wenn der Ball im Wasser
versunken ist. Aufgrund dieses hohen Risikofaktors versuchen
Golfer immer einen gewissen Abstand zu einem Wasserhindernis
zu wahren, so dass diese auch hervorragende Sicherheitspuffer
abgeben.
Künstlich
angelegte Seen dienen einem Golfplatz auch als
Wasserreservoir. Verteilt man einige dieser Reservoirs gleichmäßig
über das Gelände, so ergeben sich beim Bau eines Bewässerungssystems
kurze Wege für die unterirdisch zu verlegenden Schläuche
oder Rohre.
Wasserhindernisse
stellen auch eine Einnahmequelle für Ballsammler dar. Mit
Hilfe einer Tauchausrüstung oder unterhalb der Wasseroberfläche
gespannten Netzen lassen sich verschlagene Bälle bergen.
Diese Bälle kommen je nach Zustand in verschiedenen Qualitäts-
und Preisabstufungen als „Lakeballs“ auf den Markt.
Typisierung
Obwohl
kein Golfplatz dem anderen gleicht, kann man die Plätze
anhand der vorherrschenden Charakteristika in die folgenden
Typen einteilen:
- Links:
die traditionelle Art - an der Küste gelegen -, die sich
über Jahrhunderte auf den Britischen Inseln entwickelt
hat. Hauptmerkmale sind Sandboden, Dünen und Ginster.
- Parkland:
typische Binnenland-Kurse, die oft auf ehemaligen (Schloss-)Parkanlagen
oder Agrarland errichtet wurden, mit gepflegten Fairways
aus Rasen (darunter fast immer Lehmboden) und reichem,
meist altem Baumbestand. Teiche und etwas seltener Flüsse
sind ebenfalls charakteristisch. Dieser Typus ist der bei
weitem häufigste, da sich fast überall geeignetes Gelände
für Parkland-Kurse findet.
- Heideland
(engl. Heathland Course): ein relativ offener,
weniger getrimmter Platz mit Links-ähnlichem Sandboden
und eher Buschwuchs (Heidekraut) als Baumbestand (Kiefer,
Birke). Allgemein wird dieses Terrain als zweitbeste Wahl
nach Linksland angesehen, die meisten derartigen Gebiete
stehen jedoch unter Naturschutz, so daß kaum Zuwachs an
Heideplätzen zu erwarten ist.
- Moorland:
im Hochmoor ist der Boden (sauer) und der Bewuchs (karg)
dem Heideland sehr ähnlich, es ist aber höher gelegen
und mehr Niederschlägen ausgesetzt. Bäume sind hier noch
seltener anzutreffen, dementsprechend spielt der Wind auf
diesen Plätzen (die meisten davon in Nordengland und
Schottland) eine große Rolle.
- Downland:
ein nur in Großbritannien vorkommender Typus ist der
Downland-Course. Hierbei handelt es sich um kalk- und
kreidehaltigen Boden, der ähnliche Spieleigenschaften
aufweist wie der Heideboden, jedoch aufgrund seiner
lehmigen Konsistenz schlechter drainiert (siehe
beispielsweise Südenglische Kreideformation).
- Wüstenplatz
(engl. Desert Course): eine neuartige Entwicklung,
vor allem in Australien, den USA und der arabischen Welt
zu finden. Hierbei gibt es kein Rough, die Fairways gehen
direkt in die Wüste über. Diese Kurse erfordern starke
Bewässerung und sind deshalb ökologisch umstritten. Sie
widersprechen auch dem traditionellen Gedanken, dass
Golfplätze sich harmonisch und ohne größere Eingriffe
in die Natur einfügen sollten. Nichtsdestoweniger ist
diese Art von Wüstenplätzen bei vielen Golfspielern
beliebt, da sie optisch sehr reizvoll sein können.
- Gebirgsplatz
(engl. Mountain Course): hierbei handelt es sich
teilweise um einen Marketingbegriff. Ein Mountain Course
ist ein Golfplatz im Gebirge, grundsätzlich handelt es
sich aber in den meisten Fällen um einen Parkland-Kurs
vor attraktiver Bergkulisse. Eine gewisse Eigenständigkeit
ergibt sich jedoch bei Höhenlagen ab ca. 1500 Meter, da
dann die Bälle aufgrund des geringeren Luftwiderstands
weiter fliegen.
- Eisgolf:
ein weiterer neuartiger Typus, der auf gewalzten Schneeflächen,
oft auch auf zugefrorenen Seen, mit orangenen oder anderen
leuchtend-bunten Golfbällen gespielt wird. Die Eisgolf
Weltmeisterschaft findet alljährlich auf Grönland statt.
Übungsbereich
Auf
vielen Golfanlagen gibt es neben den eigentlichen Spielbahnen
auch ein Übungsareal, das der Verbesserung der verschiedenen
Spieltechniken dient.
Driving
Range
Hierbei
handelt es sich um eine große Wiese, auf der die langen Schläge
geübt werden. Verschiedene Abschlagsplätze sind
nebeneinander aufgereiht und alle Trainierenden schlagen aus
Sicherheitsgründen in dieselbe Richtung ab. Bei besonders großen
Driving Ranges gibt es auf der gegenüberliegenden Seite auch
noch mal eine Reihe von Abschlagsplätzen, dafür ist aber ein
Abstand von mindestens 300 Metern erforderlich, damit niemand
durch fliegende Bälle gefährdet wird.
Bei
den Abschlagsflächen wird unterschieden zwischen Grasabschlägen
(die also den Abschlägen auf dem Golfplatz ähneln) und
Mattenabschlägen. Letztere erfreuen sich bei den Golfern
geringerer Beliebtheit, sind jedoch deutlich widerstandsfähiger
und somit günstiger im Unterhalt. Die Abschlagsmatten sind
aus einem Kunststoff, der die Eigenschaften des Fairways
imitieren soll. Da man kein Tee in die Matte stecken kann, ist
zumeist ein elastischer Kunststoffzylinder integriert, der in
seltenen Fällen auch in der Höhe variiert werden kann. Neben
den Abschlagsplätzen gibt es gelegentlich auch einen flachen
Bunker, in dem die langen Schläge aus einem Fairwaybunker geübt
werden können.
Manche
Driving Ranges verfügen darüber hinaus über Abschlagsplätze
in Hütten, so dass man bei Regen, starkem Wind oder niedrigen
Temperaturen geschützt ist. Außerdem dienen die Hütten den
Golflehrern zur Installation von Videosystemen, die
gelegentlich beim Unterricht eingesetzt werden.
Normalerweise
befindet sich auf einer Driving Range auch ein Ballautomat,
der gegen Münzeinwurf oder Abbuchung von einer Prepaid-Karte
einen Eimer Bälle ausgibt. Der Golfer kann sie dann übungsweise
in die Unendlichkeit oder auf bestimmte Ziele (Fahnen, Grüns)
schlagen. Diese Bälle sind aus Kostengründen oft von
minderer Qualität und werden Rangebälle genannt. Um
Diebstahl vorzubeugen, sind sie mit einem horizontalen
Ringaufdruck oder der Aufschrift „Range“ bzw. „Practice“
versehen.
Die
auf der Übungswiese liegenden Bälle werden einmal täglich
(auf stark frequentierten Anlagen auch mehrmals täglich)
durch eine Ballsammelmaschine geborgen und wieder in den
Ballautomaten gegeben. Um Verletzungen vorzubeugen, ist das
Betreten der Grünfläche, etwa zum Zweck des
Wiedereinsammelns von Bällen, nicht empfehlenswert und fast
immer durch den Betreiber untersagt. Die Mitnahme oder das
Spielen mit Rangebällen auf dem Golfplatz ist verboten und
wird, neben den üblichen strafrechtlichen Konsequenzen bei
Diebstahl, oft mit Platzverbot bestraft.
Chipping
oder Pitching Grün
Dies
sind Grüns, zumeist umgeben von Bunkern, wo die kurzen Schläge
(unter 50 Meter) geübt werden. Auf diesen Grüns befinden
sich mehrere Fahnen mit Löchern, so dass jeder Übende sein
eigenes Ziel anvisieren kann. Im Gegensatz zur Driving Range
darf man hier die Bälle wieder aufsammeln, da durch die
kurzen Schläge eine wesentlich geringere Verletzungsgefahr
besteht. Auf dem Übungsgrün setzen Golfer oft ihre eigenen Bälle
ein, wenn diese eine höhere Qualität aufweisen als die
Rangebälle.
Putting
Grün
Dies
ist ein Übungsgrün, das denselben Pflegestandard und möglichst
dieselben Spieleigenschaften aufweisen soll wie die Grüns auf
dem Platz, so dass hier das Putten geübt werden kann. Zu
diesem Zweck existiert eine Reihe von Löchern mit kleinen,
stilisierten Fahnen, die wie die großen Fahnen auf dem
Golfplatz durchnummeriert sind. Verschiedene Breaks ermöglichen
ein breites Spektrum an Putt-Situationen zu simulieren.
Kurzplatz
Hierbei
handelt es sich im Prinzip um die Miniaturausgabe eines
vollwertigen Golfplatzes. Typischerweise sind die Spielbahnen
zwischen 50 und 100 Meter lange Par 3 Löcher. Da diese Golfplätze
nicht die Kriterien erfüllen, um ein offizielles Rating zu
erhalten, können auf ihnen keine Turniere gespielt werden,
sie dienen also reinen Übungszwecken. Es gibt auch längere
Kurzplätze, sogar mit Par 4 Löchern, jedoch werden diese in
der Regel als vollwertige Golfplätze betrieben und haben
dementsprechend offizielle Course-Rating und Slope-Werte.
SONDERANLAGEN
Immer
beliebter sind neue Formen von Golfanlagen.
o
Indoorgolf
mit Simulatoren und Landschaftbau
o
Pitch
& Putt Plätze mit Bahnen bis 50m Länge
o
Adventure
Golf Plätze mit Bahnen bis 20m (nur Putting wie Mini Golf)
Ökologische
Aspekte
Je
nach Standortwahl, Bauweise und Art der kontinuierlichen
Pflegemaßnahmen kann die Ökobilanz eines Golfplatzes positiv
oder negativ sein. Am einen Ende der Skala befinden sich
Golfplätze mit einer derart konsequenten ökologischen
Ausrichtung, dass sie in Deutschland sogar in Naturparks
genehmigt und mit Umweltpreisen ausgezeichnet wurden. Das
andere Extrem wären etwa Golfplätze in Wüstengebieten, wo
sie einen ökologischen Fremdkörper darstellen und durch unmäßigen
Ressourcenverbrauch (Anzapfen des Grundwassers) und Einführung
nicht endemischer Biomasse (Sportrasen, Pestizide) das ökologische
Gleichgewicht gefährden.
Der
Deutsche Golfverband bietet eine dedizierte ökologische
Beratung für Golfplatzbetreiber an und hat im Jahr 2005 mit
dem Projekt „Golf und Natur“ ein langfristig angelegtes
Umweltkonzept für Golfplätze vorgestellt.
Flächenverbrauch
Für
einen 18-Loch-Platz inklusive infrastrukturelle Einrichtungen
werden ungefähr 60 bis 80 ha (1ha=10.000m²) an Fläche benötigt.
Jedoch ist zu bedenken, dass etwa drei Viertel dieser Fläche
naturbelassenes Rough sind. Wurde das Areal vorher einer
landwirtschaftlichen Intensivnutzung unterzogen oder lautet
die Alternative zum Golfplatzbau die Erschließung eines
Gewerbe- oder Wohngebietes, so ergibt sich fast immer eine
positive Ökobilanz für den Golfplatz. In Gebieten mit schützenswerten
Naturflächen, die durch den Bau des Golfplatzes verloren
gingen, wird die Ökobilanz in der Regel negativ ausfallen.
In
einigen Fällen kam es durch den Bau eines Golfplatzes zu
einer Renaturierung. Beispielsweise liegt ein Teil des
Golfplatzes Altenhof bei Eckernförde in einer ehemaligen
Kiesgrube, die heute wieder eine ortstypische Vegetation
aufweist. Beim Ausbau des Golfclubs Emstal wurde unter der
flach planierten landwirtschaftlichen Nutzfläche der originäre
Heideboden freigelegt und das Areal weitgehend in seinen ursprünglichen
Zustand zurückversetzt: „Entstanden ist letztendlich ein
Golfplatz, der hervorragend und harmonisch in die Landschaft
des Emstales eingebunden ist. Dort, wo bis vor einem Jahr auf
einer Fläche von 50 Hektar trostlose, intensiv
bewirtschaftete Maisäcker dominierten, ist innerhalb weniger
Monate ein Gelände entstanden, das Vorbildcharakter für die
Integration einer Freizeitanlage in eine schutzwürdige
Landschaft hat.
Wasserverbrauch
Die
eigentliche Spielfläche (Grüns, Abschläge, Fairways) muss während
Trockenperioden beregnet werden, ähnlich wie dies auch im
privaten Garten der Fall ist. Da eine manuelle Sprengung des
Rasens aufgrund der großen Fläche nicht durchführbar ist,
wird auf Golfplätzen zumeist ein Bewässerungssystem
installiert. Moderne Anlagen minimieren dabei den
Wasserverbrauch durch den Einsatz spezieller Sprinklerköpfe,
Anbindung an Wettersatelliten und eine zentrale Steuerung. Das
versickernde Wasser (insbesondere das Regenwasser) wird von
einem unterirdischen Drainagesystem aufgefangen und zurück in
die Wasserreservoirs geleitet (die spieltechnisch oft eine
Doppelnutzung als Wasserhindernisse erfahren). Der
Wasserverbrauch für einen 18-Loch Platz in Mitteleuropa, der
während der Sommermonate gewässert werden muss, liegt
typischerweise bei etwa 35.000m3.
Im
ökologischen Idealfall kommt ein Golfplatz mit Oberflächenwasser
aus, z. B. weil es häufig regnet oder ein Fluss in der Nähe
ins Meer mündet, so dass ihm gefahrlos Wasser entnommen
werden kann. Die nächstbeste Möglichkeit ist die Zuleitung
von Brackwasser oder ensalztem Meerwasser, sodann der Ankauf
von Trinkwasser und letztendlich die Anzapfung des
Grundwassers. Ein Problem kann auch durch effiziente Drainagen
entstehen, wenn diese große Mengen an versickertem Wasser
ableiten, das sonst dem Grundwasser zugeführt würde.
Eine
herausragende Rolle wird nach Meinung vieler Experten in
Zukunft die Verwendung von Klärwasser spielen. Das Abwasser
von Industrie und Haushalten wird in Kläranlagen nur von den
schädlichsten Stoffen gereinigt, so dass es am Ende keine
Trinkwasserqualität erreicht und in Flüsse oder andere Gewässer
eingeleitet werden muss. Nutzt man dieses Wasser jedoch zur
Bewässerung von Golfplätzen, so wird es beim Einsickern
gereinigt und kommt dem Grundwasser zugute. Die dichten
Rasensorten und qualitativ hochwertigen Böden, die auf Golfplätzen
verwendet werden, gehören zu den besten Filtrierungssystemen
für verschmutztes Wasser.
Weiterhin
kommen immer wieder neue Grassorten auf den Markt, die neben
besseren Spiel- und Pflegeeigenschaften oft auch im Hinblick
auf geringen Wasserverbrauch (Bermudagras) oder
Meersalztoleranz (Paspalum) entwickelt wurden. Einige dieser
Gräser werden im Winter braun, was Golfspieler bisweilen zu
der falschen Annahme gelangen lässt das Gras wäre tot und
der Golfplatz schlecht gepflegt. Tatsächlich sind aber die
Spieleigenschaften dieser Gräser zu jeder Jahreszeit
identisch.
Einsatz
von Pestiziden
Es
sind Fälle bekannt, wo Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger
auf Golfplätzen in einer Art „Standardrezeptur“ und quasi
vorbeugend verwendet wurden. In den letzten Jahren setzte aber
ein Prozess des Umdenkens ein, so dass diese Mittel heute nur
noch nach Bedarf eingesetzt werden. Großteils beschränkt
sich der Einsatz auf die Grüns, bei Abschlägen und Fairways
kommen Pestizide weniger oft zum Einsatz. Umweltschützer
argumentieren, dass Pestizide und Kunstdünger ins Grundwasser
und über Insekten in die Nahrungskette gelangen.
Eine
Studie des Central Science Laboratory, eines
Forschungsinstitutes des britischen Staates, ergab für 1994
und 1995 eine durchschnittliche Applikation von 0,4 kg auf
Golfplätzen. Zum Vergleich: nicht intensiv genutztes Grasland
kommt auf 0,1 kg und Anbauflächen für Getreide auf 3,8 kg
(alle Mengen pro Hektar). Betrachtet man die Grüns isoliert,
so ergibt sich allerdings eine Applikation von 15 kg. Hier zum
Vergleich: Kartoffeln benötigen 11,7 kg und Obstplantagen
12,5 kg.
Artenvielfalt
Dort
wo der Bau eines Golfplatzes Gebiete mit sehr guter
Biotopstruktur und -vernetzung zerschneidet, kommt es zu einem
Rückgang von Tieren und Pflanzen, die Artenvielfalt nimmt ab.
In anderen Gebieten, wo sich der Golfplatz inmitten von
zersiedelten Gebieten oder stark ausgeräumten
landwirtschaftlichen Flächen befindet, stellt er hingegen ein
Rückzugsgebiet für Flora und Fauna dar.
Im
Idealfall ergibt sich eine enge Zusammenarbeit zwischen
Naturschutzbehörden, dem NABU oder BUND und den
Golfplatzbetreibern mit dem für die ökologische
Baubegleitung zuständigen Landschaftsarchitekten. Noch ist
diese Vorgehensweise ungewöhnlich, jedoch zeigen erste
Pilotprojekte, wie z. B. das auf dem Golfplatz Urloffen
bei Offenburg, bereits nach wenigen Jahren signifikanten
Artenzuwachs. Dies reicht von gefährdeten Heuschrecken und
Libellen bis hin zu Vogelarten, deren Vorkommen auf Golfplätzen
vor einigen Jahren noch für unmöglich gehalten wurde. So
gibt es dort u. a. eine stark wachsende Population des
Steinkauzes und des Teichhuhns. Bekassine, Blaukehlchen und
Weißstorch sind bislang als Nahrungsgäste häufig
anzutreffen.
Außerdem
gibt es einige Modellprojekte, wo „verlorene“ Gebiete
(Kiesgruben, Mülldeponien) wieder für die Natur zurückgewonnen
wurden. Auch hier ergibt sich die Ökobilanz also in erster
Linie aus dem Standort, jedoch können vielerlei unterstützende
Maßnahmen durchgeführt werden. Dies reicht vom Bau eines
Storchennestes bis hin zur strategischen Verteilung von
herabgefallenen Ästen und abgestorbenen Pflanzen. In den
Roughs können bis zu siebzig verschiedene Pflanzensorten
angesiedelt werden.
Eine
besonders positive Auswirkung auf die Artenvielfalt haben
Wasserhindernisse. Gerade wenn sich auf dem Gelände vorher
kein See befand, kommt es hierdurch zu einer Verbesserung des
Ökosystems. Andererseits kann es aber auch zu Überpopulationen
bestimmter Arten kommen, wenn diese auf Golfplätzen vor ihren
natürlichen Feinden sicher sind.
Literatur-Quellen
- Dr.
Michael J. Hurdzan: Golfplatz Architektur. 1999, E.
Albrecht Verlags-KG. ISBN 3-87014-090-9
Pat Ward-Thomas, Herbert Warren Wind, Charles Price,
Peter Thomson, Derek Lawrenson: Weltatlas der Golfplätze.
2004, Heel Verlag GmbH, Königswinter. ISBN 3898803864.
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